Auswirkungen der neuen Sätze der Mehrwertsteuer auf die Gastronomie

Die Schweizer haben sich gegen die Rentenreform entschieden. Damit wurde der Weg freigemacht, um die Steuern ab dem 1. 1. 2018 zu senken. Der Normalsteuersatz der Mehrwertsteuer sinkt von 8 % auf 7,7 %. Im Gastrobereich gibt es ebenfalls eine Steuersenkung, die allerdings nicht ganz so hoch ausfällt.

Die Steuersenkungen im Gastronomiebereich sind ebenfalls seit 1. Januar 2018 in Kraft. Der Steuersatz ist von 3,8 % auf 3,7 % gesunken. Zusätzlich wurde die Befristung des Sondersatzes für Beherbergung in der Schweiz um zehn Jahre verlängert. Geblieben ist der reduzierte Mehrwertsteuersatz für alle Güter des täglichen Bedarfs. Dieser Steuersatz bleibt auch für den Gastronomiebereich bei 2,5 %. Einige Wirtschaftsexperten sind allerdings der Meinung, dass diese Steuersenkungen nur von temporärer Bedeutung sind. Sie vermuten, dass spätestens zur nächsten AHV-Revision eine Steuererhöhung sehr wahrscheinlich ist.

Jahres übergreifende Leistungen versteuern

Gerade in der Gastronomie und im Beherbergungswesen werden Leistungen erbracht, die über das Jahr greifen. Diese Leistungen müssen zum Teil neu berechnet werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, wann die Leistung erbracht wurde. Das Rechnungsdatum oder der Zahlungseingang spielt dagegen keine Rolle. In der Praxis angewandt bedeutet das, dass ein Gast, der sich über Silvester in einem Hotel oder einer anderen Unterkunft einmietet, eine getrennte Rechnung bekommt.

Für das vergangene Jahr muss die Rechnung noch mit 3,8 % versehen werden. Die Tage im neuen Jahr werden mit dem günstigeren Steuersatz versehen. Unternehmer, die die Rechnung nicht gesplittet haben, müssen die komplette Leistung zum alten Mehrwertsteuersatz berechnen. Es ist allerdings auch möglich, die Rechnung noch im Nachhinein zu korrigieren. Eine andere Variante ist es, zwei Rechnungen auszustellen. Die eine Rechnung gilt für das alte Jahr mit dem höheren Mehrwertsteuersatz und die zweite Rechnung für das neue Jahr mit dem reduzierten Steuersatz.

Vorauszahlungen und jahresübergreifende Leistungen

Wenn übergreifende Leistungen bereits mit dem alten Mehrwertsteuersatz fakturiert wurden, muss auch die fakturierte Steuer geleistet werden. Besser ist es, eine neue Rechnung zu erstellen. Geregelt ist das im Artikel 27, Abs. 4 des Mehrwertsteuergesetzes.
Ganz anders verhält es sich bei Vorauszahlungen und periodische Leistungen. Hier ist es ein Vorteil, dass Rechnungs- und Zahlungsdatum irrelevant sind. Leistungen, die 2017 berechnet wurden, aber erst im Jahre 2018 erbracht werden, konnten schon mit dem neuen Mehrwertsteuersatz in Rechnung gestellt werden.

Bauleistungen und Bezugssteuern

Bei Bauleistungen richtet sich die Mehrwertsteuer nach dem Zeitpunkt der Arbeitsausführung. Leistungen, die per 31. Dezember 2017 mit einer gesonderten Fakturierung oder einer Zwischenrechnung abgegrenzt wurden, werden bis dato mit dem alten Mehrwertsteuersatz berechnet und ab 1. Januar 2018 mit dem neuen Mehrwertsteuersatz. Bereits erstellte Rechnungen müssen umgeändert werden.

Ähnlich sieht es bei Bezugsteuern aus. Auch hier ist nicht der Zeitpunkt der Zahlung wichtig, sondern der Leistungszeitpunkt ist das Abgrenzungskriterium. Für ausländische Leistungserbringer ist es sinnvoll, die Leistungen, die über den Jahreswechsel hinaus gehen, getrennt zu fakturieren oder separat auszuweisen. Wird das versäumt, muss die gesamte Leistung mit dem alten Mehrwertsteuersatz berechnet werden.

Abrechnungsmethoden ausserterminlich wechseln

Aufgrund der Anpassung des Art. 115 Mehrwertsteuergesetz ist es nicht möglich, eine proportionale Anpassung der Saldo- und Pauschalsätze durchzuführen. Es kann allerdings sein, dass im Rahmen einer periodischen Überprüfung Korrekturen durch die ESTV durchgeführt werden. Das stellt letztendlich ebenfalls eine ausserterminliche Wechselmöglichkeit dar, von der allerdings nur überprüfte Unternehmen profitieren.

 

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