Konkurswelle droht in der Schweizer Tourismusbranche

Noch immer ist nahezu die ganze Welt damit beschäftigt, das Ausmass der finanziellen Schäden aufgrund der vorherrschenden Corona-Pandemie abzuschätzen. In der Schweiz könnte insbesondere die Tourismusbranche davon sehr stark betroffen sein, weshalb jetzt eigens eine Umfrage gestartet wurde.

Das Ergebnis der Umfrage ist regelrecht ernüchternd. Rund 3200 Unternehmen, die knapp 30.000 Angestellte beschäftigen, befürchten aufgrund der Corona-Pandemie einen Konkurs. Diese Befürchtungen sind dabei mitnichten das Resultat von Pessimismus, sie beruhen auf nackten Zahlen.

Die Hotelbranche in der Schweiz hat für den Monat Mai eine Prognose im Hinblick auf die Auslastung herausgegeben. Diese Auslastung bestimmt sehr stark den zu erwartenden Umsatz. Mit gerade einmal 9 Prozent Auslastung startet die Branche sehr schlecht in die Hauptsaison, die in den Sommermonaten normalerweise so richtig auf Touren kommt. Nun ist es jedoch ein Faktum, dass derzeitig der Begriff „Normalität“ sehr fern ist.

Für die Sommermonate bessert sich die Auslastung ein klein wenig, wobei der Begriff „klein“ hier wörtlich zu nehmen ist. Die Hotellerie rechnet in der Hauptsaison gerade einmal mit einer Auslastung im Bereich 20 bis 24 Prozent. Dementsprechend werden für dieses Jahr auch schwere Verluste erwartet, die sich allein für den Zeitraum von März bis Juni im Bereich der 9 Milliarden Schweizer Franken bewegen könnten.

Die Schweizer Regierung hat zwar bereits mit Überbrückungskrediten sowie Kurzarbeitsentschädigung eine Hilfe ins Leben gerufen, allerdings federt diese Hilfe die Verluste nicht einmal annähernd ab. Dementsprechend rechnen 23 Prozent aller befragten Unternehmen mit einem Konkurs und schätzen dieses Risiko als besonders hoch ein. Von allen Schweizer Regionen ist dabei die Westschweiz sowie Basel und das Tessin besonders stark von dem Konkursrisiko betroffen.

Um den finanziellen Super GAU zu verhindern werden Forderungen an die Schweizer Politik laut. Eine Mehrwertsteueranpassung wird dabei als die wirksamste Hilfestellung angesehen. Die Hotellerie könnte sich vorstellen, dass eine vorübergehende Aussetzung der Mehrwertsteuer das Konkursrisiko zumindest absenken würde. Überdies fordert der Branchenverband auch eine Planungssicherheit für die Unternehmen, welche durch ein sogenanntes Impulsprogramm gegeben wäre.

Das Impulsprogramm der Regierung soll die Nachfrage im Tourismussegment ankurbeln. Durchgeführt wurde die Umfrage von den Verbänden GastroSuisse sowie HotellerieSuisse in Verbindung mit den Seilbahnen Schweiz nebst dem Schweizer Tourismusmanager Verband.